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Gemeinde Sargans

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Bürgerversammlung: Eine Premiere im Eilzugstempo

3. April 2025
An der ordentlichen Bürgerversammlung vom Mittwoch, 2. April, sind die Jahresrechnung 2024 und das Budget 2025 in Rekordzeit abgehandelt und anstandslos angenommen worden. Da die Bevölkerung auch die allgemeine Umfrage nicht nutzte, konnte Gemeindepräsident Stefan Kohler seine erste Bürgerversammlung nach nur 50 Minuten schliessen.

"S’isch nümme die Zyt, wo aube isch gsy,…" Mit dieser ersten Phrase von Ernst Sommers „Schimmeli“ haben die Mitglieder der Jodelklubs Gonzen Sargans und Niederurnen die ordentliche Bürgerversammlung 2025 offiziell eröffnet. Sie sollten mit dieser ersten Zeile recht behalten – jedenfalls in Bezug auf die Versammlung, wie sich kurz darauf herausstellte. Gemeindepräsident Stefan Kohler bedankte sich einleitend für die Darbietungen der beiden Chöre und wünschte sich für die bevorstehende Versammlung "dieselbe Harmonie, wie sie eben von Jodlerinnen und Jodlern vorgelebt wurde".

Sein Wunsch sollte in Erfüllung gehen: Knappe 50 Minuten später konnte Kohler seine erste Bürgerversammlung als Gemeindepräsident schliessen. Eine Versammlung ohne Beanstandungen, ohne Diskussion, ohne Fragen, Zweifel oder Anregungen. Ein einig Volk von Sargansern, möchte man sagen.

Was war, was ist, was sein wird

Aber von vorne: 245 stimmberechtigte Sarganser Bürgerinnen und Bürger haben sich am Mittwochabend in der Sporthalle Riet eingefunden, um die Gemeinde an der ordentlichen Bürgerversammlung "aktiv mitzugestalten", wie Kohler einleitend sagte. Der Gemeindepräsident berichtete ihnen von verschiedenen Geschäften des Gemeinderats im Geschäftsjahr 2024, von abgeschlossenen Strassenbauprojekten wie etwa der Zürcherstrasse, von den kommunalen Erneuerungswahlen im September und November, von der durchgeführten Schulweganalyse und von Veranstaltungen, die nach einer Odyssee in der weiteren Region wieder zurück ins Städtli gefunden haben.

Auch verlor Kohler einige Worte zum laufenden Geschäftsjahr und jene Geschäfte, die den Rat (auch) in diesem Jahr stark beschäftigen würden. Etwa der Neubau des Kindergartens und Schulhauses Malerva – Ersterer soll noch im April Richtfest feiern, bis im Winter fertiggestellt sein und in der Weihnachtswoche bezogen werden. Oder das Schulprovisorium Kastels, das für die nächsten vier Jahre auf dem Pausenareal des Schulhauses Kastels errichtet und schon ab kommendem Sommer Platz für weitere vier Primarklassen bieten wird. Der Bau des Provisoriums beginnt in der zweiten Juliwoche, bis zum Ende der Sommerferien werden die Räumlichkeiten bezogen sein.

In diesem Zusammenhang führte Kohler auch die Anstellung seines Vorgängers, Alt Gemeindepräsident Jörg Tanner, als Bauherrenberater für den Neubau in der Malerva nochmals ins Feld. Sie hatte schon einen Schwerpunkt an der Vorgemeinde von vergangener Woche gebildet und wurde von Kohler noch einmal final kommentiert: "Im vorliegenden Fall ist der Gemeinderat nicht bereit, durchaus auch im Sinne der Steuerzahlenden, auf die beste, effizienteste und kostengünstigste Lösung zu verzichten, nur um keine Kritik zu riskieren."

Nach Informationen zur Strassenraumgestaltung St. Gallerstrasse-Vild, zur Arealentwicklung Tiefriet und zur laufenden Ortsplanungsrevision gab er das Mikrofon weiter an Schulratspräsident Bernhard Hauser.

Ein dreijähriges Nadelöhr

Dieser nutzte die Gelegenheit, um verschiedentlich auf die unschöne Ausgangslage punkto Schulraum aufmerksam zu machen. Starke Jahrgänge sind der Grund dafür, dass der Raum nicht mehr ausreicht. Gepredigt werde das schon seit längerem und immer wieder. Im kommenden Sommer sei es nun soweit und die Situation hole die Schule Sargans ein. Konkret haben ab dem Schuljahr 2025/26 rein kalkulatorisch drei Klassen keinen Platz mehr, sie stehen quasi auf der Strasse. Mit einer Folie untermauerte er die Entwicklung der Jahrgänge mit konkreten Zahlen. Darauf wurde ersichtlich, dass die Schule Sargans seit 2019 jedes Jahr eine neue Klasse eröffnen musste – Tendenz steigend.

Was die Entlastung des Schulraums punkto Unterrichts angeht, schafft das von Kohler bereits erwähnte Schulprovisorium Kastels Abhilfe. Der knappe Schulraum hat aber weiterreichende Folgen und betrifft etwa auch die Nutzung von Turnhallen. "Ab kommendem Sommer haben wir für drei Lektionen schlicht keinen Platz mehr", rechnete Hauser vor. Und weiter: "Bis zur Fertigstellung des Schulhauses samt Turnhalle in der Malerva steigt diese Zahl auf rund 18 Lektionen." Gesucht würden darum auch alternative Lösungen, um den knappen Schulraum zu kompensieren. Hauser sprach unter anderem von grosszügigen Zeitfenstern für Sportunterricht im Freien.

Der Schulratspräsident präsentierte nach Ausführungen zur Baukommission Schulraumplanung, zu den personellen Wechseln bei der Schulleitung und im Schulrat, zum Qualitätsmanagement der Schule und zum anhaltenden Fachkräftemangel in der Branche auch die Finanzkennzahlen, die Jahresrechnung und das Budget der Schule. Und durfte verkünden, dass die Schule summa summarum gut dastehe, würden doch die Kosten pro Schülerin und Schüler im Vergleich zum kantonalen Mittel deutlich tiefer ausfallen. Genauer um rund 1800 Franken tiefer. "Wir wissen natürlich, dass die Kosten pro Schüler nach Fertigstellung des neuen Schulhauses Malerva stark steigen werden", gesteht Hauser ein, "wir bewegen uns aber selbst dann noch unter dem kantonalen Durchschnitt."

Baden im grünen Meer der Hoffnung

Den ordentlichen Teil der Versammlung fertigte das Plenum im Eiltempo ab. Weder gab es Beanstandungen zur Jahresrechnung und Kohlers Ausführungen zu deren wichtigsten Punkten noch zum Budget 2025. Beide wurden sie zusammen mit dem Antrag auf einen gleichbleibenden Steuerfuss von 129 Prozent teils grossmehrheitlich, teils sogar einstimmig angenommen. Jedes Mal, wenn GPK-Präsident Franz Anrig oder Kohler selbst zur Abstimmung rief, schossen die grünen Stimmzettel unisono in die Höhe. Ein klares Verdikt.

Kohler blieb denn auch der letzte Sprecher des Abends, denn auch die anschliessende allgemeine Umfrage ist ungenutzt verstrichen. Dies, nachdem der Gemeindepräsident erst auf die Mitgliedschaft im Verein Bildungszentrum Sarganserland und später auf den Wochenmarkt im Städtli Sargans hinwies, dessen Saison am Samstag, 3. Mai, startet. Ob es am frischen Wind lag, den Kohler als neuer Versammlungsleiter in die ordentlichen Geschäfte brachte, am "Welpenschutz" oder am grosszügigen Angebot eines Apéros inklusive Grillwürsten, das auf die Anwesenden im Foyer wartete, ist unklar. Klar ist hingegen, dass in der jüngeren Geschichte der Gemeinde noch nie eine Bürgerversammlung innerhalb von 50 Minuten geschlossen werden konnte. Kohler deutete diesen Umstand als positives Zeichen – und dankte in seinem Schlusswort allen Bürgerinnen und Bürgern, die ihn seit seinem Amtsantritt so wohlwollend und konstruktiv begleitet haben. "Ich bin voller Zuversicht und freue mich auf die kommenden Aufgaben und Herausforderungen. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen und weiterhin Hand in Hand für ein starkes und lebenswertes Sargans arbeiten."

Weitere Impressionen finden Sie unter diesem Link.

Ein grünes Zettelmeer: Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger segnen die Anträge des Gemeinderats ab.
Ein grünes Zettelmeer: Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger segnen die Anträge des Gemeinderats ab.